Aktivitäten W.E.G.

…. am besten lassen sich unsere Aktivitäten auf unserer WegSite verfolgen. Gerade die Wanderseiten möchte ich empfehlen, sei es in Nepal oder hier in der Region.

Dabei viel Spass!

Gruss und frohes Neues Jahr!

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Neulich bei uns

….. gut – besser – am besten !

an einem besonderen Tag im Juli , ganz in der Umgebung 

wir

alles passte – und das ist erst der Anfang 

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VOR KURZEM IN NEPAL

Überlebt! Mit viel Glück …

Wir waren in Nepal und sind dort am 25. April 2015  beinahe dem Erdbeben zum Opfer gefallen. Es traf uns in Chisapani, der vorletzten Station unserer Trekkingtour.

Um 11:56 h als das Beben begann befanden wir uns im 2. Stock unseres Guesthouses. Der heftige Erdstoß dauerte 1 volle Minute und wir haben es  gerade noch geschafft, das Untergeschoss zu erreichen und uns ins Freie zu retten. Dann sind wir unverzüglich nach Kathmandu marschiert, wo wir bis zum Rückflug noch einige harte Tage hatten.

Bilder möchte ich nicht veröffentlichen, es gibt bereits genug Ansichten über die brutalen Folgen des Bebens. Von vielen Personen, die wir während der Tour getroffen hatten wissen wir nicht, ob sie überlebt haben. Wir wünschen ihnen alles Gute!

chisapani_map

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Neulich in Mustang ….

….  zeigte sich wieder einmal, dass die Alternativen zum Urlaub am Strand, (fast) alle Strapazen wert sind ….

Worte reichen kaum aus, Landschaften, Eindrücke und Atmosphäre zu beschreiben. Bilder vermitteln nur annähernd, was die Natur dort herausgebildet hat. Es wirkt, als ob die Vielfalt Kappadokiens mit den gewaltigen Ausmaßen eines Grand Canyon verpixelt und vervielfacht wurde und fühlt sich an wie ein Gang durch Bergwelten auf dem Mond oder dem Mars. 

Alle Bilder hier sind natürlich urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung nicht veröffentlicht, verarbeitet oder genutzt werden.

Klar, Mustang ist natürlich eine Reise – besser gesagt eine Trekking-Tour – wert. Inzwischen gibt es auch Jeepverbindungen, deswegen: vorzugsweise macht man es per pedes. Nur dann erschliessen sich die Schönheiten dieser Region dem Besucher. Mit Kondition und guter Vorbereitung ist das zu schaffen. Auch die Höhenanpassung, um die +4.000 meterhohen Pässe zu  überqueren, wenn man sich Zeit nimmt, den Aufstieg in 2-3 Tagen selbst zu bewältigen und den Flug nach Jomsom auslässt. 

 P1010771P1010801P1010890P1020717P1020015P1020992

der ist echt, nicht etwa eingefärbt!

der ist echt, nicht etwa eingefärbt!

P1020939

überall gibts Waschtage ... auch in Mustang

überall gibts Waschtage … auch in Mustang

noch 1 Pass ... einer von vielen

noch 1 Pass … einer von vielen

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Berkin Elvan

Peace, peace!

he is not dead,

he doth not sleep — He hath

awakened from the dream of

life 

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Kurzmeldung

shortnews – Kurzmeldung – kisa haber

ein denkwürdiger Tag, nicht nur weil heute bei der Braveheartbattle 3.000 durch  die Hölle von Münnerstadt mussten und ich lernen konnte, wie ich mein Notebook zur Festung umwandle – viel wichtiger :

Das Kurze verdrängte heute das Lange

Endlich und mit Freude erwartet! Lang bleibt im Schrank und Kurz wird hervorgezerrt. Der Standard-10-km konnte zum ersten mal in 2014 mit unbedeckten Beinen absolviert werden.

Das sieht dann im Prinzip so aus:

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Bitte den grünen Untergrund ausblenden, den bergigen Hintergrund ebenso und das Laufschuhmodell. Ich bevorzuge Brooks. Aber die Sockenfarbe ist durchaus stimmig.

In diesem Sinne. Die 3-Lagen-Oben + lange Laufhose-Unten bleiben bis November im Schrank. Komme was da wolle. 

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Zellverlust

ein Nekrolog ist fällig!

Wieder ist etwas verschwunden und niemand hat’s bemerkt.

Woran ich denke sind diese mannshohen, einem Schuhkarton ähnelnden Kabäuschen die früher Strassen und Plätze zierten. Erst waren sie gelb, dann rosa-grau und anderswo auch mal knallrot. Knotenpunkte der Kommunikation waren das, Orte, die Zuflucht boten vor heftigen Regenschauern. Orte aber auch, vor denen sich mitunter Schlangen bildeten oder heftiger Streit entbrannte, weil sich jemand mal wieder nicht kurz fassen wollte.  

Rudolpho Duba  / pixelio.de

Rudolpho Duba / pixelio.de

Nein, es geht nicht um  die mobilen-Klo-Häuschen! Erstens gibt’s die noch und zweitens ist das ein tolles Geschäftsmodell mit Zukunft, weil es Notdurft immer geben wird. Aber davon später in einem anderen Beitrag mehr.

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Der heutige Nekrolog widmet sich

der Telefonzelle 

Der jugendliche Nerd wird schlau einwerfen: „Diggar, wenn du den Begriff Cellular Phone schon eindeutschen willst, dann sach“ einfach „Handy“ …. Leider irrt unser Nerd. Rückübersetzt reden wir tatsächlich von einer „Telefonbooth“ obwohl es auch die in real nur noch als Antiquität gibt – oder auf Flohmärkten in der britischen Provinz.

Ulrich Kamp  / pixelio.de

Ulrich Kamp / pixelio.de

Sehr leise ist sie aus unserem Alltag verschwunden, sozusagen umgekehrt proportional zur Verbreitung des Mobiltelefons. Es gab zwar Versuche einer Synthese von alt und neu, etwa in Form von Handynutzern, die bei widrigem Wetter gerne mal ihreTelefonate im Schutze jener Häuschen erledigten. Aber das war nur ein kurzes Aufbäumen der Zelle, das ihr finales Abtreten nicht verhindern konnte.

Auch Versuche, Telefonzellen als Übernachtungsalternative für Handwerksgesellen auf der Walz zu reservieren scheiterten, weil die Gesellen sich einfach nicht an Schlaf im Stehen gewöhnen wollten.

Selbst der löblichen Idee, die Zellen zu Miniaturleihbüchereien zu machen ist kein grosser Erfolg beschert – weil jetzt nämlich die Bücher aussterben, dank E-Book.

Die Stadtteil-Bibliothek

Die Stadtteil-Bibliothek

Irgendwann, meist in Nacht- und Nebelaktionen wurden sie eingesammelt, abtransportiert, in Lagern zusammen gepfercht, ausgeschlachtet und der Rest VERSCHROTTET.

Karl-Heinz Laube  / pixelio.de

Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Unwiederbringlich weg. Aus den Augen – aus dem Sinn.

Tschüss, Telefonzelle, es war ne schöne Zeit. 

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was es nicht mehr gibt

Nachruf

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wir reden über Innovationen, Neuheiten die unser Dasein bereichern. Smartphones, I-Net, Cyberspace und abgefahrene Gadgets. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Gleichzeitig verlieren wir nämlich jeden Tag Dinge, die wir ganz selbstverständlich als Teil unseres Alltags angesehen haben. Und keine Sau scheint es zu bemerken oder verfasst wenigstens einen Nachruf.  

Wohlan denn. Noch ist es nicht zu spät für einen Nekrolog der längst fällig war.

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              1271 –  31.12.2001

Du, der er im 13. Jahrhundert die Bildfläche quasi betratest als Geprägter des Grafen Meinhard II und  silbrig warst, als Schweigen noch eher Gold verhiess. Deinem Charakter nach standest Du für ein mehrfaches allerkleinster Einheiten und inspiriertest – schon damals – übergreifend die Völker Europas.

Gar lustig dekoriert warst Du, mit Kreuzlein und frechen Bildchen, hinten wie vorne. Nicht nur im Sprachgebrauch, auch im realen Leben hast Du uns begleitet. Ja, auch die Reichen aber vielmehr noch die Armen und Bedürftigen. Du warst bei uns in der Not, zeigtest uns gar durch dein Fallen an, wann wir etwas verstanden hatten. Und im Verbund mit zwei Gleichartigen – da wart ihr schon mal zu Dritt gabst Du dich sogar her, als Operntitel gebraucht zu werden.

Selbst in der Literatur warst Du Dir nicht zu schade als Namensgeber her zu halten, für die trivialsten aller billigsten aller Produkte, de jemals zu Papier gebracht wurden.

545983_web_R_K_B_by_Aka_pixelio.de

Und nun bist Du weg. Abgeschafft, untergegangen aus dem Sprachgebrauch fast schon final eliminiert. Liegst vielleicht noch in einigen Gräbern herum, bedeckt von der Patina Deiner Jahre.

„Behaltet mich so in Erinnerung, wie ich in den schönsten Stunden meines Lebens bei euch war, würdest Du uns wohl sagen, hättest Du je eine Stimme gehabt“

Wir, die Dich noch kennen und nutzen durften, gedenken Deiner in stillem Schmerz.  Es wird nie wieder Einen geben wie dich, dafür sorgt schon der große Gleichmacher Inflation.

 Tschüss, Groschen

3-groschen-oper

Hier noch ein Bild, wie er sich im Kreise seiner Lieben tummelt:

Rike  / pixelio.de

Rike / pixelio.de
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cui bono – wem zum Vorteil?

die vorgesehene EU Tabak-Richtlinie  ..

 – ist natürlich Real-Satire –

… soll alle Länder der Europäischen Union verpflichten, strenge Vorschriften zu Verpackung und Inhalten von Tabakprodukten einzuhalten. Neben den Warnhinweisen sollen abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln zu sehen sein. Realistische Ekeldarstellungen amputierter Raucherbeine, schwarzer Lungen, Kehlkopfkrebs im Endstadium oder verfaulter Zähne sollen den Griff zum Glimmstengel verleiten. 

 Lupo  / pixelio.de

Lupo / pixelio.de

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Der EU-Bürger fragt sich, was wohl wirklich in den Rauchern vorgehen wird, die mit derart getunten  Verpackungen konfrontiert werden. Meine persönliche Einschätzung: Gar nichts!

w.r.wagner  / pixelio.de

w.r.wagner / pixelio.de

 

Jeder weiss, Raucher greifen Zigarettenpackungen nicht mit zwei Fingern um sie dann vorm Gesicht hin- und herzuschwenken sondern stürzen sich auf den Inhalt, Blickrichtung: schräg von oben auf auf das Mundstück der Zigarette. Wäre es da nicht effektiver Mini-Horror-Bildchen auf den Filtern anzubringen, die  beim Paffen den Tabakstrom einfach abblocken?

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Wenn die Vorschrift also nichts am Verhalten von Rauchern ändert, was mag der wahre Grund für ihren Erlass sein? Meine Theorie: Da waren Lobbyisten am Werkeln. Typen, die im EU-Parlament für Organisationen, Konzerne oder Wirtschaftsverbände unterwegs und bereit sind, ein Scherflein (oder zwei) springen zu lassen, wenn deren Interessen voll berücksichtigt werden.

Meinungsprägend tätig waren zweifelsohne die Lobbyisten folgender Branchen

(Abmahn)-Anwälte

Die Horrorshow auf Zigarettenschachteln,  für jeden sichtbar in Kiosken und Tabakläden aufgestellt … Klar, was passieren wird: Schwangere, die sich erschrecken. Kinder, die einen Schock fürs Leben erhalten. Unbescholtene Nichtraucher, die brutal traumatisiert werden durch grausige Eindrücke. Wer kommt dafür auf, wenn aus gesunden Kindern alptraumgeplagte Bettnässer werden? Wer zahlt für derjenigen, die in der Psychiatrie landen? Das grenzt an Körperverletzung! Ich wette,  Anwälte planen jetzt bereits, Schadenersatzforderungen und Unterlassungserklärungen gegen Einzelhandel und Hersteller. Das Geschäftsmodell ist ein Selbstgänger und willkommene Kompensation für entgangene andere Geschäfte.  

 Thorben Wengert  / pixelio.de

Thorben Wengert / pixelio.de

Reinigungsgewerbe

Die wittern natürlich Aufträge, weil das Kotzen der vom Anblick schwer Berührten in und um die Geschäfte herum wohl gar nicht  aufhören wird. Irgendjemand muss das ja wegräumen. Das werden nicht die Raucher übernehmen, sondern gewerbliche Ekel-Tatortreiniger, gegen handfestes Entgelt.

Sammelbilder-Produzenten – (ich sage nur Panini!)

Insider kolportieren, es sind bereits verschiedene Sticker geplant, die man man zusammenbekommen muss, damit das Ekel-Album komplett ist. Da lassen sich gigantische Summen verdienen. Wenn in einer Tüte für 60 Cent fünf Horrorschnappschüsse stecken, muss der Sammler mindestens 108 solcher Tüten für knapp 65 Euro kaufen, um es zu füllen.Klar, die Brutalo–Aufkleber lassen sich auch tauschen oder beim Hersteller nachbestellen. Ich kann mir schon lebhaft vorstellen, wie das in Praxis laufen wird: 3 Lungenbilder gegen 1 Kehlkopfkrebs. Da lohnt es sich, den Lobbyisten loszuschicken

Sammelalbum_1_718c2ba445

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Übrigens, die Vorschriften sollen sich auch auf Schokoladenzigaretten erstrecken, angeblich um Kindern ganz früh klar zu machen, was Nikotinsucht für Folgen haben kann. Da hat die Süsswaren-Lobby wohl gepennt.

Aber ich bin mir sicher, die werden noch Ideen haben.  Vielleicht werden Sie einfach die Bezeichnung ändern und die Schokozigaretten künftig  Schoko-Bio-Stäbchen nennen. 

Thomas Siepmann  / pixelio.de

Thomas Siepmann / pixelio.de

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L’État, c’est moi! …. oder: Das Volk bin ich!

vom Sonnenkönig zum König des Halbmondes

Was mag der Eine: Ludwig

… mit dem Anderen: 

erdoganwohl zu tun haben?

Nicht viel, werden die meisten antworten und außerdem hat der Sonnenkönig viel schönere Beine. Dagegen –  nämlich den Verweis auf die wohlgeformten Beine des Ludwig – lässt sich nichts sagen. Es wird ja kolportiert, dass Erdogan in seiner Jugend Fussball gespielt hat und entsprechend vehunzt werden seine Gehwerkzeuge schon aussehen. Und ja, wahre Schönheit kommt von außen, auch in diesem Vergleich kommt der König des Halbmondes kaum an die Ausstrahlung des großen Roi heran.

Eine wahre Seelenverwandschaft lässt sich aber erkennen im politischen Streben und Wirken. Beiden Königen ist durchaus eine überdimensionale Affinität zur Macht eigen und eine enorme Kreativiät, in der  optimierten Anwendung von Herrschaftsinstrumenten.

Absolutismus, in der Ausprägung die der Sonnenkönig favorisierte, war tatsächlich der fleischgewordene Höhepunkt monarchistischer Herrschaft. Kaum einer vor oder nach ihm, hat es so verstanden wie der 14. Ludwig, Alles und Alle seines Staatsgebietes so sich untertan zu machen.  Ihm  dann den Ausspruch zuzuschreiben DER  STAAT BIN ICH trifft es zumindest inhaltlich. 

Krone

So gesehen scheint Erdogan abzufallen. Aber Erdogan wäre nicht der König des Halbmondes – und damit neben dem Sonnenkönig nicht erwähnenswert – wären da nicht seine kreativen Anregungen, einer politischen Idee, die kaum noch wahre Anhänger hat, neue Bedeutung zu verschaffen.

220px-Cleisthenes

Wir reden von der Demokratie, die in den meisten westlichen Ländern nur noch ein Lendenschurz ist für die viel vitaleren Interessen des großen Geldes. Erdogan hat erkannt, dass an diesem System etwas verändert werden muss, soll es nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte enden.

Eine Idee haben und sie umsetzen, das ist bei Erdogan ein und dasselbe. Die Halbwertzeit zwischen Denken und Handeln liegt bei ihm in etwa bei 14 Sekunden.

Der große Simplifikator hat erkannt, dass Gewaltenteilung viel zu komplex ist, um sie zu praktizieren. Schließlich verderben nicht nur viele Köche  sondern auch die Kontrollfuzzis den Brei. Also weg mit dem Brei – pardon der Gewaltenteilung.

Die freie Presse , angeblich die 4. Kraft im Staate, ist ohnehin überflüssig. Selbst die antiken Griechen verfügten lediglich über Olivenpressen und die waren nachweisbar nicht einmal frei. Also weg damit.

Grundrechte, auch Menschenrechte mag es zwar geben, aber wozu eigentlich, wenn zum Beispiel eine wahre und weise Lehre, wie die Scharia solche Angelegenheiten viel herzlicher regelt. Und weiß eine Rechte etwa was eine Linke tut? Bei der Scharia gibt es solche komplizierten Verhältnisse nicht. Also weg mit den Rechten und die Linken können gleich mitgehen (Anmerkung des Autors: ein kleines Wortspiel sei erlaubt).

Bleibt das Volk, Namensgeber des Systems, und die Kraft schlechthin, von der alle Macht ausgeht. Erdogan wäre nicht er selbst, würde hier nicht die pfiffigste Idee erscheinen. Das Volk denkt wie er (denkt er), handelt wie er es will (will er), beugt sich, wie er es will (rechtsbeugt er)… warum also nicht konsequent sein und diese Fakten zum ehernen Grundsatz machen? Gedacht, getan und verkündet:

„Ich bin das Volk“  

sagt Erdogan und macht alles klar. Die Macht geht fürderhin also von ihm aus, so wie es sich für einen König des Halbmondes gehört. Damit hat der Gedanke der Demokratie seine höchste Vollendung gefunden.  Ätsch! Ludwig, mag dann gerne die schöneren Beine haben. Gegen eine Erdoganokratie ist das popelig.

halbmond

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Selfies …

… was Dürer konnte, kann ich schon lange …

Menschen waren schon immer fasziniert davon, sich ein Bild von sich selbst zu machen. Eine bleibende Darstellung natürlich, die über Generationen weiter gereicht und den Urenkeln der Urenkel vermacht werden kann. 

Etwa so, wie Kirill:

copyright: Kirill Oreshkin

copyright: Kirill Oreshkin

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Und so fing alles an

Unsere bildnerisch  begabten Ahnen haben genügend Zeugnisse hinterlassen und mit rudimentären Werkzeugen faszinierende Bilder angefertigt, die uns heute noch verzaubern. Wer kennt sie nicht, die Bilder aus der Chauvet-Höhle oder dem Abri Castanet und vielen anderen Höhlen. 

Rudolpho Duba  / pixelio.de

Rudolpho Duba / pixelio.de

Was leider in Vergessenheit geriet ist die Tatsache, dass schon der Frühmensch fasziniert war, von dem was wir heute als „Selfie“ bezeichnen. Also spontanen Selbstportraits, von eigener Hand fabriziert, unter Zuhilfenahme der gerade zur Verfügung stehenden Technik.

Ja, auch in der Steinzeit waren Selfies schon populär. Natürlich dauerte so ein „Schnappschuss“ in Ermangelung von Smartphones oder Polaroidkameras ein wenig länger. Aber die Ergebnisse waren nicht weniger interessant als digitale Selfies.

________________________________________________________________

Hier ein Beispiel, von Millionen ähnlicher Abbildungen, die damals kreiert wurden. Wanderer, die sich in Südeuropa durch Berg‘ und Schlucht‘ bewegen, kennen diese Selfies. Die meisten Funde sind leider nicht so gut erhalten wie dieser, aber bei näherem Hinschauen durchaus als solche zu identifizieren:

 twinlili  / pixelio.de

twinlili / pixelio.de

Der namentlich nicht bekannte Höhlenmensch mit den lilafarbenen Tätowierungen, der sich mit seiner Gruppe in einem Schnappschuss vorstellt, ist mental gar nicht soweit weg von den Menschen, die sich mit Handykamera selbst verewigen und ihre Portraits ins Web stellen. 

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Ein Blick zurück über die Selfie-Kultur der Menschheit lässt manches Kleinod der spontanen Selbstportraitierung heute recht seltsam anmuten. Hier einige Kostbarkeiten, die zum Teil in den Kellern unserer Museen vor sich hinkümmern oder auf Flohmärkten wieder auftauchen, nachdem sie lange verschollen waren. Kleine Denksportaufgabe für die Leser dieses Blogs: Aus welcher Zeit  stammen wohl nachfolgende Selfies:

copyright: mdr.de

copyright: mdr.de

 

copyright: mdk.antville.org

copyright: mdk.antville.org

Dürer

 

Erstaunlich, faszinierend und anregend zugleich!

In diesem Sinne, lasst euren Selfies freien Lauf und denkt an die Nachwelt. in 500 Jahren werden sich Menschen wie du und ich mit euren Werken beschäftigen und sicher spontan den dringenden Wunsch verspüren, sich ganz spontan und ungezwungen selbst zu portraitieren.

_______________________________________________________

Natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe schnell noch ein aktuelles Selfie von mir selbst erstellt

(wer ist der Typ, der sich da mit rein gedrängelt hat?)

Selfie

und jetzt auch ganz aktuell auf SPON

„Wenn Selfies töten könnten“

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Hoffnung? Hope? Ümit?

für die einen 1 Tweet – für die anderen 1 Riesenschritt in Richtung Freiheit

wo immer die Blumen der Freiheit blühen …. jede Veränderung die mehr Bürgerrechte bringt, sollten wir unterstützen. Ich hoffe für das iranische Volk, dass die angekündigte Liberalisierung  mehr ist als ein Lippenbekenntnis oder nur ein Tweet.

Rohani-Tweet: "Guten Abend, @Jack"

 

Das ist auch für den Nachbarn Türkei ein Zeichen, das hoffentlich beachtet wird und Mut macht.

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Color Run – Taipei

THE COLOR RUN TAIPEI

colorrun

der gehört auf die Liste seltsamer Laufereignisse und davon gibt es ja gnadenlos viele auf diesem Globus. (Meine Recherchen über Events ausserhalb der Erdgravitation sind noch im Gange.)

Fast zeitgleich zum Berliner Marathon:  Klasse, Wilson Kipsang, der W-Rekord ist wahnsinnig – fand heute in Taipai / Taiwan der Farblauf statt.

Distanz (5 km)  und Streckenführung lassen erst mal nichts ungewöhnliches ahnen:

Taipei

Wohl aber lässt bereits die Teilnehmerzahl – 15.000 Läufer! waren dabei und sicher ein vielfaches an Zuschauern – vermuten, dass dort etwas anderes veranstaltet wurde als ein Standardwettkampf.

 

Beim Color-Run kommt es nicht auf Geschwindigkeit oder neue Streckenrekorde an. Vielmehr findet eine Art Happening statt, für Gruppen, Freunde, Familien, Individualisten, Leute aller Altersklassen, Kleine, Große, Dicke und Dünne. Alle irgendwann im Rausch der Farben.

Die Regeln sind übersichtlich:

  • Regel 1: Jeder ist willkommen
  • Regel 2: Jeder der  antritt muss ein weisses Laufshirt anhaben – jedenfalls an der Startlinie
  • Regel 3: Eine komplette, picassohafte Colorierung beim Einlauf wird erwartet.

Über das, was während des Laufes abläuft liesse sich viel sagen und noch mehr schreiben, aber das Video erklärt eigentlich alles:

Color Run

Das wäre doch mal was für unsere Region. Ob sich ein Veranstalter finden lässt und vielleicht sogar ein Sponsor (ich denke an den WEISSEN RIESEN)???

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neulich, im Süden

von wegen, es gäbe kein Bier in der Türkei

jetzt erst recht. Serefe, Prost, was auch immer. 

tin.bar

…. und wer es gehaltvoller mag,  ist in der

TIN/BAR 

immer willkommen. 

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Das Ritual des Startes

Nach dem Start ist vor dem Start 

S. Hofschlaeger  / pixelio.de

S. Hofschlaeger / pixelio.de

Bevor ein Läufer im Ziel ankommt, geht es erst mal über die Startlinie. Diese Binsenweisheit mag für den Nichtläufer trivial wirken, sie ist es aber nicht. Der Erfolg oder sein Gegenteil (das böse Wort „Niederlage“ kommt bei mir wenn überhaupt, dann nur in Klammern vor) im Wettbewerb werden ganz entscheidend bestimmt von den letzten Minuten vor dem Startschuss. Monate härtester Vorbereitung können sich in Luft auflösen, wenn schon der erste Schritt ein Fehlschritt ist. Das wissen die Läufer und sie bereiten sich, jeder auf seine Weise, auf diese entscheidende Situation vor.

Ein von mir sehr verehrter Laufpapst hat sich kürzlich eingehend mit dem Moment des Zieleinlaufes befasst. Eine bemerkenswerte Studie, die aber nur die Hälfte der Wahrheit vermittelt. Ganz klar: Wer einen Wettbewerb schon beim Start verbaselt, braucht eigentlich gar nicht die Mühe des Mittelteils auf sich zu nehmen. Wenn es ums Ganze  geht, ist ein perfekter Anfang ein unverzichtbares Muss.

Läufer wissen das. Und die wirklich Erfolgreichen haben ihre speziellen Methoden entwickelt. Viele machen ein Geheimnis daraus, kaum jemand redet offen über seinen persönlichen Kniff der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Es geht um nicht mehr aber auch nicht weniger als darum, Held zu sein oder Laufdepp.

Durch jahrelange akribische Beobachtung ist es mir gelungen, einige der Methoden, die Sieger machen, zu erkennen. Ja, ich weiß, das ist als ob ein Insider verrät wie ein Zaubertrick funktioniert. Aber wenn schon dem Aufdecken von Geheimnissen ganze Fernsehsendungen gewidmet werden und wir in Zeiten leben, in denen Whistleblower von den Massen verehrt und nicht gesteinigt werden, dürften auch meine Enthüllungen legal und ethisch vertretbar sein.

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Hier einige der seltsamsten Rituale

 

Die Rih-Methode

Seit Kara Ben Nemsi kennt die Welt das sogenannte „Geheimnis“. Damit werden arabische Pferde pfeilschnell gemacht. Wer den jedem Pferd eingebauten Turbo aktivieren will, muss  seinem Ross nur die Hand zwischen die Ohren legen und das sogenannte Geheimnis ausrufen. Bei Kara’s Pferd war es das Wort „Rih“. Es gibt Läufer, die sich ebenfalls ein Geheimnis verliehen haben.  Sobald sie die Startlinie überqueren legen sie sich die Hand zwischen die Ohren und schreien ihr Geheimnis heraus.

Gehört und bezeugen kann ich die Worte: „Lutz“, „meine Fresse„, „Platzda“ und „jetztgehtslos„.

 

bennemsi

 

 

 

 

 

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Die Tänzel-Methode

Bei diesem Ritual verbringt der Läufer mindestens die letzten 10 Minuten vor dem Start tänzelnd. Manche ahmen dabei gewisse Schrittfolgen nach, wie man sie von Stepptänzern kennt und wirken dabei wie Fred Astaire oder der legendäre Egon Bier.

Bei Läufern, die nicht alleine unterwegs sind sondern den Siegesrausch im Kollektiv erleben wollen, haben die umstehenden Mitbewerber den Eindruck, an einer Riverdance-Show teilzuhaben und die Feet of Flames zu erleben. Einem Undercover-Laufkollegen ist es übrigens zu verdanken, dass dieses Startritual einer Laufgruppe aus dem Landkreis Ammerland einmal öffentlich gemacht werden kann: 


 

Diese Ammerländer Hardcoreeintänzler achten besonders darauf, dass ihre gedämpften Laufschuhe immer über eine gehärtete Spitze verfügen, um ihr Ritual akustisch zu untermalen. Das wirkt auf die Mitläufer psychologisch fast so beeindruckend wie ein Maori Haka … aber auch nur fast, denn spätestens nach 500 Metern zerbricht die Formation daran, dass sie eben nur so schnell sein kann, wie das langsamste Glied in der Kette.

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 Das Sitzritual

Im engen Pulk der Wartenden finden sich immer Läufer, die trotz klaustrophobischer Enge im Startbereich,  eine Sitzposition einnehmen, das Gesäß eng auf den Boden gepresst. Bei diesem Ritual kommt es darauf an, sich auf die Kniescheiben oder Laufhosenhinterseiten der Umstehenden zu konzentrieren und mantrahaft einzureden, dass diese lächerlichen Erscheinungen einem nichts aber auch gar nichts anhaben können und keine wirkliche Konkurrenz darstellen.

M.E.  / pixelio.de

M.E. / pixelio.de

Die mentale Überlegenheit, die sich hier aufbaut, lässt den Sitzer emporschnellen, wenn sich der Pulk in Bewegung setzt. Der Schub soll, so wird gemunkelt, bis zum Erreichen des Ziels anhalten, selbst bei einem Marathon.

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Die Besetz-Methode

Wer hat sich noch nicht gewundert, in den vordersten Reihen auf Läufer zu treffen, die dort einfach nichts zu suchen haben. Menschen, die es schaffen, die 10-Km-Distanz in 2:30 Stunden zu bewältigen verdienen zwar Achtung und Bewunderung (weil sie es schaffen, solange in Bewegung zu bleiben) aber gewiss keinen Platz in der ersten oder zweiten Reihe. Sie glauben aber daran, dass diese Position ihnen Glück und Erfolg verschafft. Wohl deswegen weil bereits 1 Meter nach der Startlinie jeder Teilnehmer des Wettbewerbs an ihnen vorbei muss und sie so die einmalige Chance haben, mit mehr Hasen unterwegs zu sein, als jeder andere Teilnehmer.  Es soll sogar Läufer gegeben haben, die bei einer Teilnehmerzahl von 5.000 Läufern genau 4.999 Hasen hatten, von denen sie gezogen wurden.

Um die begehrten Plätze in der ersten oder zweiten Starterreihe zu bekommen, reisen die Hardcore-Besetzer gerne schon am Vorabend an und campieren auf einer Isomatte hinter der Startlinie. Wohlversorgt mit Wasser und Kraftriegeln durch Laufgroupies oder die Familie.

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Die Aufwärm-Methode

Über das Aufwärmen und Dehnen vor dem Lauf, wird gestritten, seit es Laufwettbewerbe gibt. Unabhängig von einem Nutzen, der sich einstellen mag oder nicht (ich persönlich ziehe den Kaltstart vor und sprinte ohne Vorglühen) nutzt der Extrem-Aufwärmer die Anwesenheit seiner Mitbewerber um lang und ausführlich seinen Reigen um das wartende Feld zu ziehen. Am liebsten mit aufreizend langsamen Schrittfolgen, eingelegten Spagat-Intervallen und Rückwärtsbewegungen. Nichts entnervt einen anderen Läufer mehr, als die geradezu exhibitionistische Arroganz eines Rückwärtsläufers, dem es offenbar nur darum geht, läuferische Überlegenheit vorzutäuschen, um zu verwirren und einzuschüchtern.

Manch Einer, dem Aufwärmer 30 Minuten bei seinen Einlagen zusieht, wird an den Rand des Selbstzweifels und in Versagensängste getrieben. Da gibt es nur eines: Solche Leute muss man lassen! Sie verbrauchen, auch wenn sie sich nur in Zeitlupe bewegen, tatsächlich schon lange bevor es zur Sache geht soviel Energie, dass sie niemals eine echte Konkurrenz werden, auf den letzten Metern.   

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Natürlich gibt es noch weitere Rituale, aber davon ein anderes Mal mehr.

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Renaissance eines Utensils

das Band zum Schweisse

band4wer über Hitzeläufe nicht nur nachdenkt oder fabuliert sondern sie auch noch macht, wird nicht umhin können, über eines der wichtigesten Utensilien zu sprechen, dass die Hersteller von Sportkleidung sich jemals ausgedacht haben.  Viele haben es, viele haben es gleichwohl auch ungenutzt die letzten Jahre in der Sportkiste deponiert, weil es kaum benötigt wurde, weil es mickrig aussieht oder lappig, oder einfach nur unscheinbar. Es geht um das

Schweissband.

Die Jüngeren unter uns, die 10 Jahre lang Sommermonate erleben mussten, die diese Bezeichnung kaum verdient haben, werden ein Schweissband kaum als solches erkennen, selbst wenn es vor ihnen liegt. Dieses – meist aus Frottee gefertigt Stückchen Stoff, das aussieht wie der Nierenwärmer für eine Barbiepuppe oder ein nach oben offener Turban für einen gnomenhaften Orientalen.

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Hier einige Exemplare:

band7

 

 

band4 band1

 

 

 

 

Was kann so ein Schweissband eigentlich noch, ausser das Emblem eines Sportartikel Herstellers zu tragen oder das Handgelenk abzuschnüren? Nun, eine ganze Menge, sagt uns der sommeraktive Sportler. Schweissbänder saugen sich mit dem herabströmenden Schweiss des Athleten auf, dämmen sozusagen die Sturzfluten bevor sie Finger und Handflächen erreichen und sorgen dafür dass jede schwierige Situation, die einem begegnen kann, locker und mit trockenen Fingern bewältigt werden kann. Als da wären: Schnürsenkel erneut zu Schleifen zu binden (ha, das ist sauschwer mit nassen Händen), die Trinkflasche aufdrehen (geht kaum, wenn du wegen Feuchtigkeit abruschtst)  einem Zuschauer am Wegesrand, leutselig die Hand schütteln (ohne Schweissband ist das fast widerlich).

band5

Was ich vermisse, sind Pflegehinweise und Tipps, wie so ein Band optimal über das ganze Jahr genutzt werden könnte. Schliesslich soll sich die Anschaffung ja wirtschaftlich rentieren und das Band selbst nicht bereits nach 8 – 10 Jahren in den Müll wandern.

 

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Was die Pflege angeht ist das allerallerallerwichtigste, darauf zu achten, dass keine Verhärtungen auftreten, die das Band zu einem spröden, kratzenden harschen Etwas machen, das beim Tragen jeglichen Komfort vermissen lässt. Deswegen ist ganz wichtig, beim Reinigungsprozess schweissauflösende Substanzen zu verwenden, die das Textil wieder geschmeidig machen.

Da Schweiss ja bekannterweise zu einem aus Wasser, zum anderen aber aus verschiedenen Salzen besteht, aber auch anorganischen Stoffen wie Harnsäure, Amminosäuren, Ammoniak  und sogar Pheromenen (das sind Sexualduftstoffe) sollten wir mit der Entschweissung des Bandes sehr sorgfältig und vor allem nachhaltig sein.

Ich würde anregen, das Band nach Gebrauch für ca 7 Tage in neutraler Flüssigkeit einzulegen, bis alle Stoffe heraus geschwemmt sind. Das Schwemmgut lässt sich wahrscheinlich kommerziell nutzen, aber dazu ein anderes mal mehr. Jetzt sei nur soviel verraten: das Schweissband ist nach diesem Prozess wieder saugfähig, geschmeidig und flauschig. Also einsatzfähig.

Noch etwas zur Nutzung im Winter. Wie wäre es, Schweissbänder in der kühlen Jahreszeit als Gelenkwärmer zu verwenden?

Oder, wem das nicht behagt, bei festlichen Anlässen für Sportbegeisterte als textile Serviettenringe!

Serviettenring Nike

Serviettenring Nike

 

 

 

 

 

 

Für Anregungen bin ich übrigens dankbar, vielleicht lassen sich ja Geschäftsmodelle entwickeln, die in der postindustriellen Gesellschaft beschäftigungsfördernd wirken.

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Ergenekon

was man dazu auch in Deutschland wissen sollte …

die Kemalistische Zeitung veröffentlicht Namen und Haftstrafen

ergekeonda_karar_aciklandi_h12014

 

 

 

 

 

 

 

es lohnt sich, die Namen der Angeklagten, die auf der Liste in dieser Zeitung veröffentlicht werden, einmal nachzuschlagen und sich selbst ein Bild zu machen, um wen es geht.

ein bemerkenswerter Kommentar findet sich in dem aktuellen Beitrag auf SPON 

„275 Angeklagte, 160 Zeugen, ein eigens gebautes Gerichtsgebäude: In der Türkei neigt sich ein Jahrhundertprozess dem Ende – das Ergenekon-Verfahren. Die Regierung Erdogan nutzte es, um politische Gegner einzuschüchtern und kaltzustellen. Inzwischen hat die Urteilsverkündung begonnen..

Die türkische Opposition ist empört – und ruft zu Demonstrationen auf. „Erdogan hat die Demokratie abgeschafft“, sagt Ayse Danisoglu, Abgeordnete der Oppositionspartei CHP im türkischen Parlament. „Wir leben in einem Polizeistaat. Der Ergenekon-Prozess ist der beste Beweis dafür. Die Behörden haben jeden Protest in der Nähe des Gerichts untersagt.“

 Heute, ein Tag, der auf meinem Kalender mit Trauerrand markiert ist.

Bereits 1993 warnte der grosse Schriftsteller Aziz Nesin:

Eines Tages werden die Religiösen an der Macht sein und die Absolventen der Imam Hatip Schulen (Anm.: Prediger-Seminare) dann als Richter, Anwälte, Ärzte, Ingenieure und Bürgermeister, alle Bereiche des öffentlichen Lebens besetzen. Zuletzt werden sie Studenten in die Militärakademien entsenden um so die Armee in die Finger zu bekommen und den gesamten Staat zu kontrollieren. Nur heute registriert das noch niemand.

an

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HITZE – HEAT – SICAKLIK …

the heat goes on ..

nach dem gruseligen 2013er Winter, der mit erschütternden Rekorden aufwartete (kältester Mai, miesester Frühling, dunkelster Winter, Jahreszeit mit dem höchsten Bibberfaktor) war der Sommer für viele Überraschung und Erlösung zugleich.

Rosel Eckstein  / pixelio.de

Rosel Eckstein / pixelio.de

 

Natürlich gibt es immer Nörgler, denen es nie Recht gemacht werden kann. In der kalten, dunklen Jahreszeit sind es die sogenannten „Schönwetterläufer“, die immer wieder Ausflüchte suchen und auch finden, um ihr Outdoortraining ausfallen zu lassen. In der heissen, schwülen Jahreszeit gibt es die Flüchter  ebenfalls. Wegen des Proporzes müssten sie jetzt „Schlechtwetterläufer“ genannt werden.

Gemeint sind die, denen bei Temparaturen über 25 Grad Celsius irgend ein innerer Schweinehund einflüstert, dass Laufen unter der Sonne gefährlich sei, furchtbar dehydriere, eine Belastung sei, die kaum ein Westeuropäer ohne schlimme Schädigungen überstehe … und die sich dann ein schattiges Plätzchen suchen, um den Sommer auszusitzen.

Natürlich geht Laufen immer. Im Winter ist das eine Sache der richtigen Kleidung (3 Lagen sollt ihr tragen!) im Sommer eine Sache der richtigen Einstellung. Wer nomal trainiert ist, kann auch bei Hitzegraden laufen. Ich will behaupten, dass Laufen bei Hitze immer noch gesünder ist, als gar nicht zu laufen. Die richtige Kombination aus – Tageszeit – Wahl der Laufstrecke – angemessenem Tempo – Trinkverhalten – Laufkleidung – ist die Formel zum Erfolg.

Zur Einstimmung auf die nächsten Sätze empfehle ich, das folgende Bild zu fixieren und thematisch aufzusaugen. Der Profi wird es erkennen, es zeigt Schweissperlen:

Schweissperle

Persönlich habe ich während des letzten Urlaubs in der Türkei nicht auf das regelmässige Training verzichtet. Auch nicht auf die Produktion von Schweiss. Warum auch? Es gibt kaum schöneres, als in der aufgehenden Sonne, in wunderbarer Landschaft und seidenweicher Luft, parallel zum Meeresufer eine Dreiviertelstunde zu laufen. Der damit verbundene körperliche aber auch mentale Schub reicht aus, den ganzen Tag noch besser erleben zu können, als das ohnehin während eines Urlaubs möglich ist.

Sowohl vor als auch nach dem Türkeiurlaub lag/liegt Deutschland unter einer Hitzeglocke. Toll, finde ich. Der Wettergott hat also doch so etwas wie ein Gerechtigkeitsgefühl und will sich wohl für den erbärmlichen Winter irgendwie entschuldigen. Jetzt zu laufen macht Spass. Früh am Tag, manchmal noch vor dem Job ist es allemal wert, den Wecker 30 Minuten vorher klingeln zu lassen. Wie auch immer, unser Organismus kann mit solchen Bedingungen gut umgehen. Leichtes laufen ist gut für den Kreislauf und wer schwitzt, ist optimal unterwegs, denn Schweiss hat ja die angenehme Eigenschaft uns abzukühlen.

übrigens Guru Dadullah meldet sich wieder zu Wort

Dadullah-2-100
 
er weiss, dass es noch viel extremer geht als das, was uns der Supersommer beschert.

 

Erinnert sei nur an den Wüstenlöwen Erwin Bittel und seine Erlebnisse beim Marathon des Sables 2000.  Toll ist ja, dass jeder, der sich in dieses Event hineinversetzen will, nun keine kostspieligen Saunabesuche organisieren muss sondern bereits während eines lockeren 10-Km-Laufes in der Mittagshitze Sahara-Athmosphäre simulieren kann. Je heisser um so realer und proportional dazu wächst die Anerkennung für die Lauffreaks, die sich diese Strapaezen schon einmal zugemutet haben. Wärmstens empfohlen wir jedem, sich das Büchlein von Erwin zu gönnen. Schon um damit der hiesigen Hitze die Stirn zu bieten.

copyright Team Bittel

copyright Team Bittel

Und wo wir schon dabei sind, hier noch eine Zahl, die für die Leser dieses Blogs nicht uninteressant ist:

Noch 13.402 Tage bis zum WR ..

nicht vergessen: es geht darum die Bestzeit in der AK 100 im Marathon um wenigstens 1 Minute zu unterbieten.

Ein ambitioniertes Ziel, auf das natürlich wacker hin gearbeitet wird.

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Schnecken – nochmal

Schönheit von aussen 

CIS  / pixelio.de

CIS / pixelio.de

Die Kosmetikindustrie hat geforscht, experimentiert und dabei die Schnecke entdeckt. Genauer gesagt den Schleim, den diese Kreaturen absondern. Dem Normalo mag Schneckenschleim als eine Substanz erscheinen, die Ekel, Abscheu oder einfach nur Ablehnung auslöst, aber wer sich mit dem Thema beschäftigt, wird seine Meinung revidieren. Mal abgesehen davon, dass Schnecken selbst solche Reaktionen als Diffamierung ansehen würden und Tierschützer solche Bewertungen gar nicht schätzen, gibt es inzwischen einen bemerkenswerten Paradigmenwechsel, was den Umgang mit dem Sekret dieser Bauchfüssler angeht.

Schneckenschleim soll schön machen – sagen uns Kosmetiker. Da  es natürlich nicht um die innere Schönheit sondern um die äussere geht, nutzen sie das Sekret dermatologisch. Das ist wichtig, weil das die orale Verabreichung wohl schwer vermittelbar wäre.

Die Anwendung soll übrigens in jeder Hinsicht sehr bequem sein. Es genügt, die Schnecke aufs Gesicht zu legen und nur noch dafür Sorge zu tragen, dass sie sich in alle Richtungen bewegt, um jede Stelle einzuschleimen. Das ist ungefähr so, als hätte jemand eine Sonnen-Creme erfunden, die sich ohne Zutun von selbst auf dem Rücken verteilt. Singles, die alleine am Strand sind, würden so ein Produkt sicher schätzen.

Für die Zweifler offenbare ich gerne meine Quellen. Etwa hier die Haut eines schneckensekretbehandelten Patienten nach nur 217 Anwendungen.

typisches Vorher - Nachher Bild

typisches Vorher – Nachher Bild

Schneckenschleim, so heisst es, sei gut gegen Falten, Akne, Runzeln, Pusteln, Krähenfüsse, Besenreisser (Sachen gibts) und selbstredend gegen Orangenhaut.

Wer das weiss, wird unsere Schnecken nicht mehr mit tödlichen Substanzen jagen oder mit ebenso todbringenden Apparaturen konfrontieren. Vielmehr werden sie nun gesammelt und in kleine Gehege gesetzt. Das Ziel ist, sie dort artgerecht zu halten, möglichst jeden Tag zu „melken“ (ein besserer Begriff fällt mir nicht ein) und den gesammelten Schleim möglichst zu horrenden Preisen an die Hersteller von Kosmetika zu verkaufen.

Eine eigene kleine Schneckenfarm als Geschäftsmodell wäre sicher ein feines Mittel, Menschen die im Leben Pech hatten, wieder der Wertschöpfungskette unserer Volkswirtschaft zuzuführen. Das wäre eine geniale win-win-Situation: Der Gärtner wird von einer Plage befreit, Tierschützer können ruhig schlafen, verarmte Menschen sich wirtschaftlich sanieren und runzlige, punzlige Hautbilder gehören ein für allemal der Vergangenheit an.

Hier mein Entwurf einer ganz einfachen Konzeption für eine Miniaturschneckenfarm, die für jeden erschwinglich ist:

topf

Die einfachsten Ideen kauern oftmals am Wegesrand, sie müssen halt nur aufgegriffen werden.

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Hijood

Sport und Religion ….. 

das ist eine spannende Kombination. Für Sportlerinnen und Sportler aus islamischen Ländern ist das manchmal sogar ein Ritt auf der Rasierklinge.   Obwohl es bereits religionsrechtliche Gutachten gibt, mit denen Kleriker beteuern, dass Glauben und sportliche Betätigung durchaus vereinbar seien, ergeben sich in der Praxis immer wieder Probleme, die dann entweder gar nicht, unbefriedigend oder listig gelöst werden.

Die Antwort von Muslimas auf die funktionelle Sportkleidung westlicher Athletinnen kann dann zum Beispiel so ausfallen:

Foto: Foto: AFP

Foto: Foto: AFP

 

 

 

 

 

 

 

 

Das, was die Läuferin auf dem Haupte hat nennt sich „Hijood“ und verdeckt, was den Konservativen immer am meisten Sorgen macht, nämlich ihr Haar. Offenbar hat Rogaja Al-Ghasera, so heisst diese Läuferin keine Probleme, ihre Körperkonturen zu präsentieren.  Das lässt sich natürlich logisch erklären: sie startet für Australien. Wäre sie für ein islamistisch ausgerichtetes Land angetreten wären auch Laufhose und Oberteil etwas, was ihr wahrscheinlich ein Verfahren vor einem Shariagericht beschert hätte.

tschador

Iranische Sportlerinnen zum Beispiel dürfen  – wenn es um öffentliche Wettbewerbe  geht – nur antreten, wenn sich die Sportart im Tschador ausüben lässt. Sich Sprint- oder Ausdauerläufe mit dieser Umhüllung vorzustellen, dazu reicht selbst meine Fantasie nicht aus.  Daran ändert sich auch nichts, wenn dieses Kleidungsstück aus Funktionsstoff hergestellt wird.

Sollte der gesellschaftliche Umbau, den die AKP in der Türkei vorantreibt „erfolgreich“ sein, dürfte der künftige Trikotstandart für Läuferinnen, die am Istanbul-Marathon teilnehmen sich wohl  an folgendem Vorbild orientieren:

marathonist

Für ein Land, das so erfolgreiche Läuferinnen wie Asli Cakir Alptekin, Gamze Bulut,  Binnaz Uslu, Özlem Kaya oder Merve Aydin hervorgebracht hat, wäre das nicht nur eine sportliche sondern auch eine gesellschaftliche Katastrophe. Und ein Startfoto von einem Frauenlauf nach Vorstellung konservativer Religiöser  könnte dann etwa so aussehen

burkas (1)

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Ganz aktuell: Wie schwer es gerade Sportlerinnen  haben unter den reaktionären Wertvorstellungen Akzeptanz zu finden, musste eine iranische Schwimmerin erleben – trotz Burkini!

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Neulich in der Türkei

Burkini vs Bikini

Burkini2

 Eva Kaliwoda  / pixelio.de

Eva Kaliwoda / pixelio.de

 

Wer die Auseinandersetzungen in der Türkei zwischen Verfechtern einer säkularen Republik und den Anhängern einer islamischen Gesellschaftsordnung verfolgt, weiss dass es bei solchen Konflikten immer um alle Aspekte des Lebens geht. Kein Bereich bleibt ausgespart: Politik, Wirtschaft, Kultur, Privates und Öffentliches; es geht um Alles.

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Natürlich macht der Kampf nicht vor den Stränden des Landes halt, wie sogar harmlose Touristen erleben, die sich aus ihren all-inclusive-Fluchtburgen auf öffentliche Strände wagen. Manch einer meint in den bunten, textilumhüllten herumtollenden Gestalten Laa-Laa, Tinky-Winky, Dipsy, und Po zu erkennen, die legendären Teletubbies und ist drauf und dran, die Helden seiner Kindheit um ein Autogramm zu bitten.

teletubbies

Tatsächlich funktioniert das nur in den seltensten Fällen. Bei den Gestalten handelt es sich nämlich um Burkinifrauen. Strandbesucherinnen, die in shariakompatibler züchtiger Bekleidung bescheidene Beachparties illustrieren.

Sie sind mehr  geworden, in den letzten Jahren. Tauchten sie vormals nur vereinzelt auf, liegt ihr Anteil an den weiblichen Strandgästen derzeit bei geschätzten 12 – 15%. Für türkische Verhältnisse ist das eine ganze Menge.  

Man könnte sogar soweit gehen, den Grad der islamischen Durchdringung der Türkei an der Anzahl der Burkiniträgerinnen fest zu machen und die Qualität eines Strandes mit Teletubby-Punkten auszuzeichnen

ttpunkte (1)

ttpunkte (1)

Es gilt, zu beobachten, wann die ersten strengen Vorgaben den Zugang zum Strand reglementieren erscheinen werden,  die dann wohl, wenn es den Säkularen nicht gelingen sollte, die demokratischen Werte der Türkei zu erhalten, so aussehen:

verbot

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Bis es soweit ist, möchte ich auf ein besonders freches Burkinimodell verweisen, das es nur in  fleischfarbig gibt und natürlich – wie alle Burkinis -mehr zeigt als verhüllt, wenn die Trägerin aus dem Wasser steigt:

burki3

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Prohibition im 21. Jahrhundert

im Web gab und gibt es Seiten, auf denen Alkoholpoduzenten ihre Erzeugnisse vorstellen

für die auch international bekannten Produkte aus der Türkei stellt sich das gerade so dar:

Biere:

Efes Pilsen

efes

Tuborg Birasi

nur mit Altersangabe –  Besucher müssen 18 Jahre alt sein.

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Raki

rakiso kennen wir das noch …

Yeni Raki

und so finden wir das heute:

verbotdie Seite ist nicht aufrufbar.

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Wein

Kavaklidere

verlangt jetzt eine Altersangabe > 18

kavak

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 es wirkt irgendwie befremdlich, fast saudiarabisch

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Ich sage nur SEREFE – PROST – SKOL

… jetzt erst recht ..

 

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Die Achse der Guten

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ein Pinguin auf Reisen

Was hat ein Pinguin eigentlich mit Pressefreiheit zu tun?

pinguincnn

 copyright bobiler.örg

Antwort: sehr viel!

Tatsächlich erleben wir in diesen Tagen, einen Medien Blackout in der Türkei. Die gleichgeschaltete Presse, Fernseh- und Rundfunkstationen sind angewiesen die berechtigten Proteste gegen die autoritäre AKP-Regierung totzuschweigen. Es darf nicht berichtet werden, was nicht sein darf. Wer sich als Journalist widersetzt wird eingeknastet, sein Arbeitgeber wird zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt und mit Lizenzentzug konfrontiert. Die Presse pariert, um zu überleben. Ob dieses Überleben lohnt ist eine andere Sache. Es gibt auch das Wort lieber aufrecht sterben als kniend leben.

Warum, möchte man weiter fragen,  ist  diese Situation nicht mit den 3 Affen bebildert worden?

3affen

Nichts hören – nichts sehen nicht sagen wäre doch treffender.

Die Lösung erinnert an den braven Soldaten Schweijk. Der brave Schweijk in diesem Fall war ein Moderator des türkischen Senders CNN. Am ersten Tag der Proteste wurden ausschliesslich Spielshows und harmlose Fernsehserien über den Äther gesendet. Kein Problem, für einen cleveren, mutigen Moderator, seine Solidarität mit diren-gezi-parki life zu demonstrieren. 

In einem Ratespiel mit Pinguinen musste immer Begriffe erraten werden, deren Lösung „zufällig“ auf die Aktionen der Protestierer hinwiesen.  Die Pinguine waren zum Beispiel unterwegs und die Lösung war das Wort Reise (türkisch: GEZI – so wie Gezi Park). Die Zensur wurde unterlaufen. Der Moderator wurde abgestraft, aber die Aktion hat einiges bewirkt.

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Die Twitter-gestützte Kommunikation ist ein weiteres berichtenswertes Ereignis. Twitter ist die zur Zeit am optimalsten funktionierende Nachrichtenplattform, mit der die kleinen autonomen Gruppen ihre Aktionen synchronisieren. Da werden Stadtpläne versendet, auf denen Barrikaden vermerkt sind und die Brennpunkte, wo die Polizei aufmarschiert. Da wird Verstärkung und Logistik organisiert, etwa die Beschaffung von Materialien für das Basteln von Gasmasken, aber auch Verpflegung sowie ärztliche Notdienste und anwaltliche Unterstützung.  

Der Twitter-Vogel erscheint dazu im zeitgmässen Outfit:

Symbol

Kein Wunder, dass Twitter von der Regierung zum  Staatsfeind Nummer 1 erklärt wurde. Twitter-User wurden bereits verhaftet, der Dienst (erfoglos) attackiert.

Wer von hier aus helfen will, sollte sich eine Twitter Account einreichten und die unter #direngeziparki verbreiteten Nachrichten weiter leiten. 

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Die Protestierer bezeichnen sich oft als Capulcu (Plünderer) so wurden sie von der Regierung geschmäht und diffamiert. Solidarisch erklärten sich alle – die natürlich keine Plünderer sind, sondern freiheitsliebende Bürger – zu Plünderern. Das erinnert ein wenig an eine Szene im Spartakus Film. Die gefangenen Sklaven werden gefragt, wer von ihnen ihr Anführer Spartakus sei. Und einer nach dem anderen erheben sie sich mit den Worten: Ich bin Spartakus. 

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Vieles läuft unter der Parole „diren“, dem türkischen Wort für Widerstand oder durchhalten. In Twitter und in anderen sozialen Medien, aber auch auf der Strasse auf Plakaten und Transparenten tauch dieses Wort immer wieder auf.

diren

Diren, das ist der Slogan, der sie alle vereint. Fussballfans der vierschiedensten (oftmals verfeindeten) Vereine,  Nationalisten, Kurden, Alte, Junge, Sozialdemokraten, Liberale, Anarchisten und sogar Gläubige. Es gibt sogar eine Gruppe, die sich als revolutionäre Muslime bezeichnen und die vor allem die neoliberale Profitgier der AKP kritisieren.

Wünschen wir ihnen, viel Kraft, viel Mut viel Ausdauer und vor allem Erfolg. Sie werden ihn gebrauchen, denn noch ist der Weg nicht zu Ende, noch sind die Despoten entschlossen, das Aufbegehren nieder zu werfen

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No Pasaran – DIREN – Venceremos

The whole world is watching

die Welt schaut auf die Türkei, auf Istanbul, den Gezi Park und all die Städte in denen sich gerade der Widerstand formiert. Das ganze Land ist beteiligt und eines der Bilder, die mich am meisten berührt haben ist dieses hier:

dorf

 (Bewohner des Dorfes Arik Köyü)

Es geht schon lange nicht mehr um den Park, es geht um viel mehr. Die türkische Regierung versucht ihren Bürgern und dem Ausland einzureden, dass ein paar „Dahergelaufene“, die wegen einigen Bäumen auf die Strassen gingen und nichts anderes seien als Extremisten, die natürlich aus dem Ausland ferngesteuert würden, das Land ins Chaos stürzen wollten. Die türkische Regierung nennt sie „Plünderer“ (türkisch Capulcu). 

Die kollektive Diffamierung hat nur eines bewirkt: eine kollektive Solidarisierung. Die staatliche Führung steht heute für eine politisch autoritäre Herrschaftsclique, die das eigene Volk in Feinde und Anhänger unterteilt. Das, was eine Demokratie ausmacht, nämlich der respektvolle Umgang mit Minderheiten, ist tabu.

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Demokratische Republik Türkei

Kemal Atatürk hat die Republik als eine demokratischen, säkularen Rechtsstaat angelegt. Seit der Gründung der Türkei gab es allerdings immer wieder Versuche einer Restauration und Aktivitäten die Trennung von Religion und Staat aufzuheben und die Demokratie selbst abzuschaffen. 

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Demokratie unter der AKP

Aber wie steht es eigentlich aus mit der „demokratischen“ Legitimation, auf die die AKP-Regierung sich beruft, wenn sie Menschen systematisch Niederknüppeln, mit Reizgas besprühen, mit Wasserwerfern umwerfen lässt und sogar Tote in Kauf nimmt. Nur um eine Doktrin durchzusetzen, die von der Mehrheit schon lange als schädlich erkannt wird.

Die AKP Regierung beruft sich darauf, eine vom Volk mehrheitlich gewählte Regierung zu sein. Diese  mantrahaft immer wieder angeführten 50% sind natürlich unrealistisch. Zum einen, weil das Wahlrecht in der TR eine 10%-Klausel vorsieht und somit die Wähler der Parteien, die darunter liegen nicht berücksichtigt werden. Natürlich haben auch nicht alle Einwohner der Türkei die AKP gewählt.

Gerne wird nämlich unterschlagen, wie viele Einsprüche gegen die Rechtmäßigkeit der letzten Wahlen schlichtweg unterdrückt worden sind. Da ging es um nachgewiesene Manipulationen (Wähler wurden gekauft, Wahlwerbung von konkurrierenden Parteien untersagt, Auszählungen verfälscht und vieles mehr) und Stimmbetrug.

Ganz offiziell hat die AKP bei den letzten Wahlen im Jahr 2011 etwa 21 Millionen Stimmen bekommen. Bei einer Einwohnerzahl von rund 75 Millionen entspricht das nach Adam Riese gerade mal 28 %. Unter den jungen Leuten, die 2011 noch gar nicht wählen durften – das sind immerhin alle Bürger, die heute 20 Jahre und jünger sind, dürfte die AKP heute kaum eine Mehrheit bekommen. 

Wieviele von denen, die sich seinerzeit für den AKP-Führer entschieden haben, ihn heute wiederwählen würden ist fraglich. Damals hatte er noch Kreide gefressen, heute ist die Maske gefallen. Auch nicht allen gläubigen Muslimen gefällt das, was sie erleben müssen: nämlich eine auf neoliberale Profitinteressen ausgerichtete, stramm islamische Gesellschaftsordnung. 

Übersteht die Regierung die heutigen Proteste, wird spätestens 2015 die Rechnung folgen. Wer nichts anderes kann, als sich Feinde zu machen, darf sich dann nicht wundern, wenn die Mehrheiten ausbleiben.

Diren. Diren Gezi Parki, diren Ankara, diren Izmir, diren für all die Städte und Dörfer. Wir erleben in diesen Tagen den Anfang eines Unterganges, der von den Führern in ihren Bunkern begafft und hasserfüllt kommentiert wird. Sie werden bald Geschichte sein.

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Was es mit diesem Symbol auf sich hat

Pinguin

…. erkläre ich im nächsten Beitrag. Da geht es dann um Medien, Begriffe, Symbole etc. Was man weiss, was man wissen sollte!

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